Der Sonne hinterher
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Viel Regen und Bier in Vietnam

Ho Chi Minh City


Vietnam sah schon vom Flugzeug Fenster aus bewölkt aus, doch wir kamen in den Genuss eines schönen Sonnenuntergangs, bevor wir landeten.

Wir mussten einige Stunden aufs Visum warten und dann noch einmal etwa eine halbe Stunde, bis wir den Stempel bekamen, aber alles an Ho Chi Minh Citys Flughafen war super organisiert und wir wurden von Ständen begrüsst, wo man Geld wechseln, Taxis organisieren oder Simkarten kaufen konnte.
Letzteres schien eine gute Idee zu sein und erlaubte uns, per Uber zum Hotel zu fahren.
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Da unser Freund aus der Schweiz uns in Ho Chi Minh City treffen wollte, hatten wir fast eine Woche in einem Hotel gebucht, wo es Triple-Zimmer hatte.

Das Wetter blieb bewölkt und da wir Städte nicht so toll finden, machten wir nicht viel mehr als Essen und Schlafen, also gibt es leider auch nicht viel mehr zu berichten.

Vietnam hat tolles Essen und viele vegane Restaurants mit Mockmeat. Wir wissen nicht, ob das einfach am Land liegt oder ob die Welt generell Fortschritte macht, aber Essen zu finden war noch nie so einfach.

Als unser Freund eintraf, zeigten wir ihm die ganzen tollen Restaurants und gingen ins Kino, den neuen Star Wars gucken. Der Film war super, aber das Kino viel zu laut, was uns allen Kopfschmerzen bescherte.
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Das Vietnamkrieg Museum ist unserer Meinung nach ein Muss, wenn man in Ho Chi Minh City ist, so verbrachten wir einen Nachmittag damit, uns über den Krieg zu informieren- aus Vietnams Perspektive.
Es war sehr schockierend und die ganzen Bilder von verstümmelten Kriegsopfern verschlechterten unsere Laune massiv, aber es war gut, endlich einmal etwas anderes als Amerikas Version des Krieges zu sehen.
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Auch sehr interessant war es zu erfahren, dass eigentlich die ganze Welt gegen diesen Krieg war. Umso erschreckender ist jedoch, wie lange er trotzdem geführt wurde.

Viele Kriegsverbrechen sind im Museum dokumentiert, unter anderem, wie ganze Dörfer zerstört wurden und deren Einwohner, inklusive Kindern und schwangeren Frauen, von amerikanischen Soldaten exekutiert wurden- einfach so.

All das war so schlimm, dass wir den letzten Teil des Museums, wo die chemischen Angriffe dokumentiert sind, ausliessen.
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Einer von Vietnams berühmten Sleeper-Bussen, brachte uns schliesslich nach Mui Né…
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Unfälle passieren


Auf dem Weg kamen wir an einem schlimmen Unfall vorbei. Ein Bus hatte ein Motorrad erwischt und das tote Opfer lag noch immer auf der Strasse. Nici sass am Fenster und sah leider zuviel, René und Christoph sahen glücklicherweise nichts.

Noch immer hatten wir nicht besonders Glück mit dem Wetter, aber unser Guesthouse war sehr gemütlich und hatte gutes WLAN.
Die Vegetarischen Restaurants waren aber eher weit entfernt und wir wollten auch die Gegend erkunden, also mieteten wir zwei Roller.

Kaum sassen wir auf unseren Fahrzeugen, auf dem Weg zu den Roten Sanddünen, stoppte uns auch schon die Polizei.
Sie wollten 2 Millionen vietnamesische Dong von uns, da es scheinbar verboten war, ohne internationalen Führerausweis zu fahren.
Das war natürlich nur eine Ausrede. Einer der anderen Touristen, welche gestoppt worden waren, hatte nämlich alle nötigen Dokumente und musste trotzdem zahlen. Wir handelten die Busse aber runter auf eine Million Dong im Ganzen, also 500'000 pro Roller, was etwa 20-25 Euro entspricht. Das erlaubte uns, in bar zu bezahlen. Unsere Bitte nach einer schriftlichen Bestätigung wurde abgelehnt. Als Garantie dafür, dass wir nicht noch einmal gestoppt würden, bekamen wir nur einen Handschlag.

Die Roten Sanddünen waren sehr schön, wenn auch weniger farbig mangels Sonne. Wir machten Purzelbäume für die Kamera und hatten die Kleider voll Sand.
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Später gönnten wir uns ein Bier- was wir ziemlich oft taten in Vietnam, da Bier sehr günstig ist.

An diesem Abend, als wir auf dem Weg zu einem Restaurant waren, kollidierten gleich neben uns auf der Strasse zwei Motorräder. Eines davon fuhr einfach weiter, doch der Fahrer des anderen verlor die Kontrolle und stürzte, zusammen mit seinem Beifahrer.
Die zwei Männer konnten sich zwar noch bewegen, aber einer von ihnen konnte nicht mehr aufstehen.
Wir waren alle drei ziemlich geschockt und wussten nicht, was wir tun sollten, da wir keine vietnamesischen Notfallnummern kennen. Glücklicherweise dauerte es nur ein paar Sekunden, bis Einheimische herbeirannten und sich um die Verunfallten kümmerten, also gingen wir weiter.
Unser Appetit war nicht wirklich vorhanden, doch wir spülten das Essen mit Bier runter.

Die Weissen Sanddünen waren ebenfalls etwas, was wir uns unbedingt anschauen wollten. Die Fahrt dorthin war ziemlich lange und wieder wurden wir von der Polizei gestoppt.
Wir konnten unser Pech kaum glauben.
René und Christoph mussten sich auf Plastikstühle setzen und einer der Polizisten befahl Nici, die Kamera, welche sie dabei hatte, zu verstauen. Wahrscheinlich hatte er angst, wir würden filmen.
René erklärte den Polizisten, dass wir die «Busse» bereits bezahlt hatten und überraschenderweise liessen sie uns tatsächlich ohne weitere Bezahlung gehen.

Direkt vor den Weissen Sanddünen kamen wir wieder an einem schlimmen Unfall vorbei. Dieses Mal lag aber niemand auf der Strasse und Helfer waren auch bereits vor Ort, also fuhren wir weiter.

Die Dünen waren ziemlich belebt aber sehr schön und wir schauten uns einen atemberaubenden Sonnenuntergang an.
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Zwei Taifune


Nach Mui Né reisten wir nach Nha Trang, was etwa fünf Stunden Fahrtzeit war.

Nha Trang sah grösser aus, mit vielen Hochhäusern und alles war exzessiv weihnachtlich dekoriert.
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Wir übernachteten im fünften Stock eines Hotels ohne Lift, was uns einigermassen fit hielt.

Das, und die Spaziergänge, welche wir unternahmen, auf der Suche nach Essen.
Vietnam bietet oft unangenehme Anblicke für Tierfreunde, da Fische und andere Meerestiere in viel zu engen Plastikbottichen vor den Restaurants dahinvegetieren, bis sie von jemandem bestellt werden. Wir sahen sogar auf einem Menü «Live Seafood», was wir so verstehen, dass die Tiere lebendig gegessen werden. In China kommt das ja oft vor.
Wir können nur hoffen, dass wir das falsch verstanden haben und Vietnam nichts von dieser grausamen Praktik hält.

Google hatte viele vegane Restaurants angezeigt, doch wir fanden kaum welche. Vielleicht hatten sie kurz vorher geschlossen. An einem Essenstand genossen wir aber vegetarisches Banh Mi, ein vietnamesisches Sandwich.
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Immerhin erreichten wir durch das viele Laufen unser Ziel von 10'000 Schritten fast jeden Tag.

Das Wetter wurde schlechter und die Wellen am normalerweise schönen Strand waren zu hoch zum Schwimmen. Wir fanden eine Brauerei am Strand und tranken Bier zum Frühstück, während einer der beiden Taifune, welche das Land auf Trab hielten, schien als wolle er die Brauerei dem Erdboden gleichmachen. Sogar das Dach wurde undicht.
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Dieses Wetter machte Lust auf einen weiteren Kinobesuch. Dieses Mal schauten wir uns den neuen Jumanji an, welcher sehr lustig ist. Auch der Ton war glücklicherweise nicht zu laut.

An unserem letzten Tag in Nha Trang kurierten wir unsere kalten Knochen in einem Spa, wo wir ein Schlamm- und Mineralbad genossen.

Mehr Bier, mehr Regen und Stoffe…


Der nächste Ort auf unserer Liste war Hôi An und die Fahrt dorthin war länger, also nahmen wir einen Nachtbus.

Immerhin schien der Sturm vorbei zu sein, doch selbst hier, viel weiter nördlich, regnete es.

Unsere Unterkunft hiess Mina Le Villa, ein sehr schönes Guesthouse direkt am Fluss und nur 200 Meter von einem veganen Restaurant entfernt. Die Angestellten waren extrem freundlich und hilfsbereit.

Nici war erschöpft von der Reise und verbrachte den ersten Tag im Zimmer, wo sie die Minibar leerte, während die beiden Männer durch Hôi An spazierten, um die Gegend zu erkunden.
Sie fanden eine Brauerei und entdeckten die wunderschöne Altstadt, welche verkehrsfrei ist.
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Die Jungs fanden ebenfalls eine Schneiderei, wo sich Christoph zwei spezielle Anzüge schneidern liess.

Im veganen Restaurant, welches Karma Waters heisst, genossen wir Hot Dogs, Pancakes, Burgers und so weiter.

Die Sonne zeigte sich am 31. Dezember und wir genossen die Wärme, während wir zu dritt durch die Stadt spazierten.
Christoph musste seine Anzüge anprobieren und gab gleich noch den Auftrag für drei Hemden.
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Am Abend wurden wir von den Angestellten der Mina Le Villa zu einem Barbecue eingeladen. Wir hatten schon gegessen, also war es uns egal, dass es nur Fleisch hatte, und trotzdem bekamen wir zu unserer Überraschung noch Tofu serviert.
Wir genossen das Essen uns sehr viel Bier, während wir mit anderen Gästen und den Angestellten des Hotels redeten.
Es wurde sehr viel Geprostet und wir lernten, was «Prost» auf Vietnamesisch heisst.

Für den Silvester Countdown wollten wir aber in die schöne Altstadt und zwei Pärchen, welche ebenfalls in dem Hotel wohnten, kamen mit uns.

Die Gegend am Fluss war vollgepackt mit feierlustigen Leuten und wir tranken Bier und hatten eine tolle Zeit, bis der Countdown kam und Nici endlich 100 Bier auf Untappd (eine App für Bierliebhaber) erreichte… (natürlich hatte sie nicht alles in dieser Nacht getrunken.)

Das wilde Feiern der Silvesternacht führte zu einem verkaterten 1. Januar.

Am 2. Januar assen wir im Karma Waters Frühstück und mussten eine Frau «retten», welche von einem aggressiven Touristen attackiert wurde, nur weil sie sich zu ihm an den Tisch gesetzt hatte. Das führte aber zu interessanten Gesprächen und danach nahmen wir ein Uber zu den Marmorbergen, wo wir viel rumspazierten und Fotos machten.
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Christoph bekam sein erstes Tattoo an unserem letzten Tag in Hôi An und da die Prozedur ziemlich lange dauerte, blieb keine Zeit für andere Aktivitäten.

Ein Taxi brachte uns schliesslich nach Danang zum Flughafen, wo wir ein Flugzeug nach Kuala Lumpur und dann nach Bali nahmen…

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