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Neues Auto, neues Glück
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Purzelbäume in der Wüste (Namibia)

Wir erreichten die namibische Grenze mitten in der Nacht und mussten Einreiseformulare ausfüllen. Die Grenzwächter waren nicht besonders glücklich darüber, dass wir keine Adresse in Namibia angeben konnten- aber wir hatten ja noch nichts gebucht, also wussten wir nicht, was schreiben. Sie liessen uns trotzdem durch, aber in Zukunft werden wir einfach eine Adresse erfinden…

Unsere Ankunftszeit in Windhoek war 7 Uhr- pünktlich auf die Minute. Wir hätten unseren neuen Mietwagen um 12 Uhr abholen sollen, aber als wir 4 Stunden zu früh bei der Mietfirma erschienen, übergaben sie uns das Auto trotzdem.
Dieses Mal hatten wir uns für einen Toyota Hilux entschieden. Die Preise in Namibia sind grundsätzlich höher als in Südafrika. Ein Hyundai i10 hätte uns für zwei Wochen mehr gekostet, als wir für den Monat in Südafrika bezahlt hatten. Der Preisunterschied zwischen einem Hyundai und einem Toyota in Namibia betrug jedoch nur 600 N$ (Namibische Dollar haben den selben Wert wie südafrikanische Rand), also entschieden wir uns für den Toyota. Wir dachten, er würde uns besser durch die Wüste bringen… Naja…

Der erste Campingplatz, welchen wir auf iOverlander fanden, war das Elisenheim Camping. Die Besitzer sind deutschsprachig und wir wurden auf Deutsch begrüsst, was überraschend war nachdem wir wochenlang nur Englisch gesprochen hatten.
Die Frau, die uns begrüsste, war sehr nett. Sie informierte uns, dass sie eigentlich noch geschlossen waren, dass wir aber den Campingplatz und die Waschräume trotzdem benutzen konnten. Wir entschieden uns, zwei Nächte zu buchen, da wir noch einiges zu organisieren hatten und wir Zeit brauchten, um in Namibia «anzukommen».

Da wir für die Reise nach Indien im April ein Visum benötigen, mussten wir noch die Indische Botschaft in Windhoek besuchen. Es war Freitag und daher die letzte Möglichkeit, bevor sie am Wochenende zu hatten. Wir zogen uns also um und machten uns «chic», um einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Dieser Effort war jedoch vergeudet. Auf der Botschaft teilten sie uns mit, dass wir das Visum online beantragen und die Antragsdokumente ausdrucken und vorbeibringen sollten. Wir haben jedoch keinen Drucker dabei und wir bleiben nie länger als ein paar Tage am selben Ort, also scheint der ganze Prozess ziemlich kompliziert zu sein…
Das Beste ist wohl, zu warten, bis wir in Botswana Freiwilligenarbeit leisten. Wir werden dann mehrere Wochen am selben Ort sein und unsere Pässe benötigen wir nicht, solange wir dort sind.

Am nächsten Tag schmissen die Camping-Besitzer eine Geburtstagsparty und wir fühlten uns als wären wir auf Mallorca… Ballermann pur!

Unsere Freundin, Sara, welche wir vor einem Monat in Swasiland kennengelernt hatten, kontaktierte uns und teilte uns mit, dass sie auch gerade in Windhoek war.
Also organisierten wir ein Treffen und entschieden spontan, sie auf ihrer Reise nach Swakopmund zu begleiten. Also eigentlich fuhren wir und sie genoss den Komfort unserer neuen Camping-Luftmatratze im hinteren Teil des Wagens ;)

Swakopmund ist ein schönes Wüstenstädtchen am Meer.
Wir hatten zwar keine Zeit zum Baden, aber wir machten ein paar schöne Fotos der bunt bemalten Spielplätze und Bänke am Strand.

swakopmund
Bevor wir die Skelettküste entlangfuhren, besuchten wir noch die Flamingos und Pelikane in der Walfischbucht…
Dann fuhren wir Richtung Norden und genossen die endlose und stille Wüste. Es fühlte sich toll an, stundenlang zu fahren, ohne eine andere Person oder ein Haus zu sehen!

Zu unserer Linken war die Skelettküste- welche so heisst, weil sie nur aus Sand, Steinen und Knochen besteht und sich über Millionen von Hektaren erstreckt. Rechts lag die scheinbar endlose Wüste. Früher wurden viele Seefahrer angespült und wussten sofort, dass sie verloren waren.
Heute gibt es jedoch einige Städte und viele Leute fahren an der Skelettküste entlang um Fischen zu gehen, also trafen wir ab und an auf andere Autos.

Darüber waren wir froh, nachdem wir unseren Wagen zu Schrott gefahren hatten und mitten in der Wüste ausharren mussten.

Aber zurück zum Anfang…

Wir genossen die absolute Leere der Wüste und trafen auf einige Robben am Strand, als wir anhielten, um uns ein Schiffswrack anzuschauen. Dann wurde die Strasse immer schlechter und wir fanden es merkwürdig, dass die Höchstgeschwindigkeit 100km/h betrug. Wir fuhren nur 80, aber auch das war zu schnell, als wir über eine Stelle mit weichem Sand fuhren und die Räder drehten durch, wodurch wir ins Schleudern gerieten und die Kontrolle über das Auto verloren. Wir dachten noch, dass wir irgendwann stehen bleiben würden, aber der Wagen rutschte von der Strasse weg in den Sand… und dann überschlugen wir uns zwei/drei Mal.
Es ist genau so, wie es in den Filmen immer gezeigt wird- es fühlt sich an, als wäre alles in Zeitlupe. Glücklicherweise war unser Auto wie eine Katze und landete wieder auf seinen «Füssen». Unser gemütliches «Schlafzimmer» wurde komplett zerstört, aber hey- unsere günstige Matratze überlebte und sogar einige Bierdosen blieben ganz…
Also eigentlich blieb unser Gepäck ganz, den Laptop und die Kameras miteingeschlossen. Auch wir sind noch intakt, abgesehen von ein paar Prellungen und einem Sonnenbrand, weil wir mitten in der Wüste auf Hilfe warten mussten. Wir hatten aber Glück, denn schon ein paar Minuten nach dem Unfall fuhren einige Autos vorbei, und die Lenker holten Hilfe. Handyempfang hatte es nicht.

Als die Ambulanz auftauchte, wurden wir kurz untersucht und dann warteten der Chef der Ambulanz und seine Frau mit uns auf den Abschleppdienst. Es war nicht so heiss, wie man es in der Wüste erwarten würde, der Himmel war bewölkt und es windete. «Es ist ein guter Tag, um einen schlechten Tag zu haben», sagte der Chef der Ambulanz zu uns. Er hatte recht.

Er und seine Frau fuhren uns zu ihrem Haus in der nächsten Stadt und luden uns ein, bei ihnen zu übernachten, bis alles geklärt ist.
Wir blieben drei Nächte, bis wir ein neues Auto von der Mietfirma bekamen.
Es war schräg. Für uns war der Unfall ein emotionales Erlebnis und wir fühlten uns schlecht, weil wir den Mietwagen kaputt gefahren hatten, aber die Mietfirma liess uns einfach ein neues Auto aus Windhoek bringen und unser Vertrag läuft weiter wie gewohnt.
Offenbar passieren Unfälle wie unserer etwa einmal im Monat in dieser Gegend und der Chef der Ambulanz erzählte uns, dass wir nicht die ersten Reisenden sind, die er bei sich beherbergt und dass wir auch nicht die Letzten sein werden…

Wir nennen unseren neuen Wagen jetzt «Lucky» und hoffen, dass wir dieses Mal mehr Glück haben…

Jetzt bleibt uns noch eine Woche in Namibia bevor wir das Auto in Windhoek zurück bringen müssen und herausfinden, wie viel uns «der Spass» kosten wird…

Danke Brian und Emily, dass wir bei ihnen wohnen durften und dem Lifelink-Team für ihre Hilfe bei den Telefongesprächen und dem Polizeirapport! :-)

Es scheint, was wir unseren Freunden und Familien vor unserer Abfahrt gesagt haben, ist wahr: Das Gefährlichste an unserer Reise ist, dass wir so viel Zeit im Auto verbringen…

Car crash

6 Comments

  1. grand-maman binggeli sagt:

    mes chers
    quelle aventure avec la voiture! heureusement que rien de vraiment grave est arrivé, les anges gardiens sont partout…
    suis contente de pouvoir suivre vos commentaires si intéressants!! j’ai enfin reçu votre carte du krueger-park, merci.
    toujours bonne route et faitent attention à tout!! je vous embrasse très fort
    grand-maman

  2. harald sagt:

    Euch weiter Rückenwind&positiven Sand und wenn doch mal Nacht… guten Sternenhimmel! (frei nach St.Exepury..;)
    Ganz Malibaud fährt weiter gärn mit!! 🙂

  3. harald sagt:

    …. supr, waret ihr angschnallt und hattet’s feeling, dass ihr trotz Schildr net 100km/h gfahre! 🙂 ….und bei guate Lyt… reist’s Glück ou mit;-)
    Nomol ganz liabi Malibaud-Grüess von uns alle!

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