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Eine kleine Schweiz in Afrika

the view on a mountain in Swaziland

Es fühlte sich an wie Nachhause kommen, als wir durch wunderschöne Berglandschaften fuhren- nachdem wir die Grenze zu Swasiland problemlos überquert hatten.
Anstelle von grimmig dreinblickenden Uniformträgern, bekamen wir unsere Stempel von bunt gekleideten Angestellten, welche uns freundlich begrüssten und uns einen schönen Aufenthalt wünschten- etwas, das in Europa eher selten passiert… obwohl wir zugeben müssen, dass wir auch schon in der Schweiz freundliche Grenzwächter gesehen haben.

Wie die Schweiz, hat auch Swasiland sehr viele Kühe- aber Swasi Kühe sehen grundsätzlich glücklicher aus, da sie ihre Hörner behalten dürfen und überall frei rumlaufen können. Es ist üblich, kurz warten zu müssen, wenn eine Kuh Herde die Strasse überquert. Es ist davon abzuraten, eine Kuh zu überfahren- natürlich der Kuh zuliebe, aber auch, weil es sehr viel Geld kostet.

Die Lebenserwartung in Swasiland ist enorm tief- sie beträgt nur 51 Jahre. Etwa jede vierte Person ist HIV-positiv. Abgesehen davon scheint das Königreich Swasiland ein gut funktionierender Staat zu sein. Man fühlt sich hier viel sicherer, als in Südafrika. Grundsätzlich sind die Einwohner/innen sehr bescheiden und ruhig und trotz der grossen Armut ist die Kriminalitätsrate eher tief.
Was wir persönlich super fanden ist, dass man ausser dem KFC keine grossen Fast-Food Konzerne sieht.
Laut einem Einwohner liegt das daran, dass Grossfirmen 51% ihres Gewinns an den König von Swasiland zahlen müssen. Offenbar ist nur KFC dazu bereit.
Das ist unserer Meinung nach schade, ein Land ganz ohne Fast-Food Riesen klingt doch paradiesisch, nicht wahr?
Trotz dieser Hühner-Hölle, sieht Swasiland dennoch paradiesisch aus. Da das Land sehr arm ist, hat es nur wenige Einwohner/innen und sehr viel (fast) unberührte Natur.
Als wir ankamen, war gerade die Dürre vorbei und alles war unglaublich grün, fast wie in Irland.

Zum ersten Mal auf unserer Reise buchten wir einen Zeltplatz in einem Backpacker’s. In der «Legends Backpacker’s lodge», um genau zu sein.
Das ist der einfachste Weg, um andere Reisende kennen zu lernen und wir schlossen sofort Freundschaften.
Zwei unserer neugewonnenen Freunde heissen Mikkel und Cecilie, ein Paar aus Dänemark, welches plant, eine zweijährige Weltreise zu machen und wie wir, in Südafrika angefangen hat.
Sie haben ebenfalls eine Website und bloggen über ihre Erlebnisse, aber anders als wir haben sie ihre Website von Grund auf selber programmiert und haben darauf geniale Features. Ihr könnt sie euch ansehen unter www.maptravellers.com :)

Unsere generelle Beschäftigung in Swasiland (abgesehen vom Trinken des lokalen Biers, Sibebe) war Wandern. Das Land ist sehr klein und man sieht ziemlich viel davon von der Spitze eines Berges aus.

Wir verliessen die Legends Backpacker’s Lodge nach zwei Nächten und beschlossen, zusammen mit Mikkel und Cecilie Richtung Norden zu fahren (wo wir hergekommen waren). Wir fanden einen wunderschönen Zeltplatz und gingen wieder wandern.
Dieses Mal sahen wir einen Sonnenuntergang, ein Riesengewitter und einen Waldbrand- und das alles gleichzeitig.

Unsere Lodge befand sich auf einem Hügel (oder Berg) und bot einen tollen Ausblick über das Tal.
Es war unglaublich ruhig dort oben und in der Nacht war es totenstill, abgesehen von den zwei Hundewelpen, die an unser Zelt kratzten und reinwollten. Wir hätten sie gerne bei uns schlafen lassen, aber das Risiko, in einem nach Urin stinkenden Schlafsack zu erwachen, war uns zu hoch. Im Ganzen hatte es drei Jack Russels in der Lodge, die zwei Welpen und eine ältere Dame. Der jüngere Welpe hiess Moby, was wir ziemlich süss fanden, bis wir erfuhren, dass das in der einheimischen Sprache «hässlich» bedeutet…

An unserem letzten Tag in Swasiland beschlossen wir, einen der «Handicrafts markets» zu besuchen, welche überall am Strassenrand zu finden sind, trotz Bedenken dass unsere Rucksäcke zu klein sind.
Es gibt so viele unglaublich tolle, handgemachte Souvenirs auf den Märkten und wir können ja immer ein Paket nach Hause schicken, sollten sie zu schwer zum Tragen werden.
Die kleine Nilpferd-Skulptur, welche wir kauften, war ein Weihnachtsgeschenk von uns an uns…


Zusammenfassung über Swasiland

Swasiland ist eines der schönsten Länder, welche wir bisher gesehen haben. Es ist definitiv einen Besuch wert, besonders für Naturliebhaber. Falls ihr die Schweiz mögt, dann werdet ihr Swasiland umso mehr mögen. Es ist nicht so eng und laut wie die Schweiz, aber die Landschaften sehen sehr ähnlich aus und es ist vieeeel wärmer!

Die Leute in Swasiland sind sehr offen und freundlich. Viele leben auf kleinen Bauernhöfen und besitzen einige Kühe, andere haben einen Porsche UND einen Mercedes in der Garage- obwohl sie auch Bauern sind. Anstelle von Getreide pflanzen sie aber «Swasi Gold» an, etwas, das ihr unbedingt probieren solltet, wenn ihr das Land besucht ;-)

Im Grossen und Ganzen sind die Preise etwas tiefer als in Südafrika, man kann aber mit südafrikanischen Rand bezahlen.

Abgesehen vom Swasi Gold ist Swasiland berühmt für seine «handicrafts markets». Man findet diese überall am Strassenrand und sie sind der perfekte Ort, um ein handgefertigtes Souvenir zu kaufen. Es gibt ebenfalls eine Glassfabrik namens «Ngwenya Glass», wo Skulpturen aus recyceltem Glas hergestellt werden. Beim Prozess wird ebenfalls recycelte Zeitung und Frittieröl aus dem KFC verwendet. Das kleine Glas-Nilpferd, welches wir kauften, riecht aber zum Glück nicht nach Hühnchen, also ist uns das egal.

2 Comments

  1. Spannend….beim lesen ein Mix aus Gefühlen….Betroffenheit…Freude,Amusement….kurz und gut ein wertvoller Reisebeschrieb…bravo!

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