Bye bye Bern und hallo Johannesburg
30/11/2016
Irgendwo in Afrika
11/12/2016
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Einmal Pretoria und zurück, bitte.

Der grosse Tag kam und wir packten unsere Siebensachen und nahmen ein Uber zur Rosebank Station. Dort kauften wir eine Gautrain Goldcard- ein Ticket im Kreditkartenformat. Die Karte selbst kostet R50 und man kann sie mit Geld aufladen und immer wieder benutzen. Der Weg von Johannesburg nach Pretoria kostete uns R35. Der Preis kann variieren, je nachdem ob man zur Rush hour unterwegs ist oder nicht. Die Gautrain Züge haben einen sehr hohen Standard. Sie sind fast immer pünktlich und die Wagen sind sauber und komfortabel.
Es ist schade, dass der Gautrain nur einen sehr kleinen Teil von Südafrika abdeckt- von Johannesburg nach Hatfield und zurück.

Am Bahnhof in Pretoria trafen wir auf einen Mann namens «Thomas» und gaben ihm etwas Geld und Wasser- und sogar eine Schweizer Münze als Souvenir.

Als wir in unserer Lodge ankamen, waren wir zuerst ziemlich enttäuscht. Das Personal war unglaublich unfreundlich und unser Zimmer hatte keine Küche, obwohl wir eines mit Küche gebucht hatten.
Wir verbrachten den ersten Tag in Pretoria damit, nach Couchsurfing oder Airbnb Unterkünften zu suchen. Alle, die wir kontaktieren, lehnten ab. Als wir endlich eine Unterkunft gefunden hatten, war es schon spät.

Am nächsten Tag marschierten wir zu den Union Buildings und machten paar gute Fotos =)
Wir schafften es, beim ersten Mann, der uns anbot, ein Foto von uns zu schiessen, zu verzichten, weil wir wussten, dass er Geld dafür wollte.
Vor der Statue von Nelson Mandela standen mehrere Leute mit Kameras. Einer nahm uns unsere Kamera aus der Hand und bestand darauf, ein Foto von uns zu machen. Wir dachten zuerst, er sei Tourist, bis er anfing, mit seiner eigenen Kamera Fotos zu schiessen. Er wollte uns die Fotos für 20R pro Stück verkaufen.
Nici entschied, eines der Bilder zu kaufen, weil die auf seiner Kamera viel besser waren als die, die er mit unserer geschossen hatte.

Zurück in unserer Lodge wurden wir darüber informiert, dass unsere Airbnb Buchung storniert worden war. Juhui. Da es in Jo’burg viel mehr Angebote hatte, entschieden wir uns, am nächsten Tag zurück in die Stadt zu fahren.

An diesem Abend gingen wir aus, um etwas zu essen. Wir fanden ein Restaurant und bestellten eine leckere Pizza ohne Käse. Auf dem Nachhauseweg trafen wir wieder auf einen Mann namens «Thomas», welcher Geld von uns wollte. Was für ein Zufall. Als wir ablehnten, wurde er sauer und beschimpfte uns und folgte uns. Er lief uns etwa 15 Minuten lang nach und drohte, seine Freunde zu holen, um uns zu überfallen. Die naive Nici bekam angst, aber René wusste von Anfang an, dass dies nur leere Drohungen waren. Irgendwann forderten wir «Thomas» laut dazu auf, sich zu entfernen. Einige Leute drehten sich um und guckten, woraufhin «Thomas» uns endlich in Ruhe liess. Einer der Mitarbeitenden in der Lodge machte uns darauf aufmerksam, dass es gefährlich sei, so spät noch draussen unterwegs zu sein. Er fand aber offenbar die Tatsache, dass wir es trotzdem getan hatten, ziemlich amüsant und war plötzlich völlig nett zu uns. Vielleicht lag es auch daran, dass wir das Wasser, welches er beim Putzen in unserem Zimmer vergessen hatte, getrunken hatten, im Glauben es handle sich um eine Offerierung der Lodge. Das fand er nämlich auch ziemlich lustig :)

Am nächsten Morgen mussten wir auschecken, chillten aber noch eine Weile am Pool der Lodge, weil unser Check-In in Jo’burg erst einige Stunden später anstand.
Am pool trafen wir auf einige einheimische Student/innen, welche gerade feierten und schon morgens um 10 Uhr tranken. Das machte sie für uns ziemlich sympathisch ;)
Nici bekam leckeren südafrikanischen Wein und beschloss, im Pool zu baden. René blieb nüchtern und trocken.
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Reisen ist ein Privileg

Das sagte eine der Frauen beim Pool zu Nici. Natürlich ist das etwas, was jede/r weiss, aber wenn man es von jemandem hört, der dieses Privileg nicht hat, realisiert man erst, was es eigentlich bedeutet.
Während Nici immer Leute beneidete, welche in sonnigen und warmen Ländern wohnen (wegen ihrer Winterdepression), schätzte sie nie wirklich die Tatsache, dass sie ihre Situation ändern kann- etwas, das vielen anderen verwehrt bleibt.

Wir sind sehr dankbar dass wir die Welt bereisen können und überlegen uns, wie wir auch anderen diese Möglichkeit geben könnten.
Das Einzige, was uns bisher in den Sinn kam ist, mit vielen Menschen weltweit in Kontakt zu bleiben, um ihnen die Möglichkeit zu geben, bei uns zuhause zu übernachten.

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Hallo Johannesburg, lange nicht gesehen…

Unsere erste richtige Airbnb Erfahrung war super. Wir übernachteten bei Craig und Ellie in Kensington. Die beiden sind sehr nette und grosszügige Menschen und ihre drei Hunde sind unglaublich süss <3
Wir verwendeten die hier gebuchte Woche zum Schlafen, essen, chillen und natürlich um unsere To-Do Liste abzuarbeiten, jetzt wo wir funktionierendes Wlan haben.
Wir haben sogar angefangen, Sport zu treiben =)
Wir planten unsere Safari, mieteten ein Auto, suchten nach Online-Jobs, arbeiteten an unserer Website und realisierten wie viel Zeit Bloggen in Anspruch nimmt.
Es ist unglaublich wie viel Zeit wir an unserem Laptop verbringen, sogar kleine Änderungen am Website-Design dauern manchmal mehrere Stunden.
Ehrlich gesagt haben wir auch ziemlich viel Dexter geguckt, da Supernatural hier in Südafrika nicht auf Netflix erhältlich ist *uääh*.

Gestern schafften wir es sogar, das Haus zu verlassen und gingen zu einer Bank, um etwas Geld zu wechseln, was sich als ziemlich kompliziert erwies.
Wir hatten es schon einen Tag vorher versucht, aber da klappte es nicht, weil wir unseren Pass nicht dabei hatten. Die ID reichte offenbar nicht. In Südafrika gibt’s ohne Reisepass kein Geld. Später wanderten wir mit einer Tasche voll Rand im Wert von CHF 200.- durch Jo’burg. Wir besuchten sogar Newtown und schlenderten durch die bunten und lauten Märkte, mit Hip Hop Musik an jeder Ecke und Leuten, die René anboten, seine Dreadlocks zu verbessen. Und stellt euch vor: Nichts passierte.

Jedenfalls fahren wir morgen früh zum Monkey Sanctuary und gucken uns Bush Babies an <3 und fahren dann weiter Richtung Krüger Nationalpark. Wir werden auf Campingplätzen übernachten und haben ehrlich gesagt noch keine Ahnung ob wir dort Wlan haben oder nicht.

Nächstes Mal haben wir hoffentlich Vieles über Elefanten, Giraffen und Löwen zu erzählen und wenn Nici Glück hat, über Riesenspinnen…

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Constitution hill
Was wir gelernt haben:

-Uber funktioniert doch auf unserem afrikanischen Handy- wir mussten es nur neustarten, nachdem wir die App installiert hatten…

-um in Südafrika Geld zu wechseln, braucht es einen Reisepass und viel Geduld. Man muss ein Formular ausfüllen, was ungefähr 15 Minuten in Anspruch nimmt… Warum wissen wir nicht.

-Bettler heissen für gewöhnlich Thomas (das ist nicht ganz ernstzunehmen)

-… und Nici muss lernen, dass sie nicht allen Geld geben kann oder sie wird bald pleite sein. Wir helfen, indem wir das Tourismusgeschäft unterstützen und indem wir bei kleineren Märkten einkaufen, anstatt im Supermarkt. Wenn wir das Gefühl haben, dass wir wirklich jemandem helfen können, dann helfen wir natürlich gerne.

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